PM: Zeit ein Zeichen zu setzen

Die Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena ruft für Sonntag zur Teilnahme an der Zweiten Thüringer Mietparade auf. Größte Mieterdemonstration Thüringens seit Jahren erwartet. Tags zuvor lädt die BI zur Podiumsdiskussion über das Konzept Mieterräte. Es spricht ein Experte und ehemaliger Mieterrat aus Gießen.

Wer die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat, sollte kommenden Sonntag nach Jena schauen. Ab 12Uhr wird sich der wohl größte Demonstrationszug seit Jahren gegen „Mietenwahnsinn und Verdrängung“ in Bewegung setzen:

„Seit einem Jahr streiten wir mit unserer Bürgerinitiative für eine soziale Wende in der Wohnungspolitik. Wir erhielten viel Rückenwind von MieterInnen und viel Gegenwind von Stadt und Wohnungswirtschaft. Nun freuen wir uns gemeinsam mit vielen anderen Graswurzelinitiativen und vor allem MieterInnen auf die Straße zu gehen um zu zeigen, dass wir Viele sind.“, so Marcel Weikert von der Bürgerinitiative.

Die Bürgerinitiative ist Teil eines Bündnisses, das von zahlreichen lokalen und regionalen zivilgesellschaftlichen Akteuren unterstützt wird. Kernforderung ist ein „radikaler Kurswechsel in der Stadt- und Wohnungspolitik.“. Konkret bedeutet dies in etwa die „Ausweitung sozialen Wohnungsbaus“, die Schaffung einer „neuen Wohngemeinnützigkeit“, die „Rekommunalisierung und Demokratisierung“ sozialer Infrastruktur und die „Abschaffung der Modernisierungsumlage“, wie dem Aufruf des Bündnisses zu entnehmen ist.

„Jede der zehn Forderung ist ein wichtiges Rädchen in dem Getriebe unseres Protestes“, so Tamara Schindler von der BI und weiter: „Sie drücken auch die Einheit in der Vielheit aus. In vielen Belangen sind wir unterschiedlich und wir sind auch nicht alle gleichermaßen von ein und derselben Problematik betroffen. Deshalb sind die Forderungen auch auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten. Dennoch eint uns die gleiche Interessenlage als MieterInnen. Das ist unsere Stärke, die wir kommenden Sonntag demonstrieren möchten.“.

Neben öffentlichen Druck setzt die BI auch auf Information und Aufklärung. Eines ihrer Kernziele ist die Demokratisierung von jenawohnen, d.h. die stärkere Berücksichtigung von Mieterinteressen in der Ausrichtung des Unternehmens. Dies möchte sie durch Mieterräte erreichen, die in Berlin und Gießen schon erprobt und erfolgreich sind. Diese wertvollen Erfahrungen möchte die BI durch eine Podiumsdiskussion in Jena bekannt machen. Als Experte wird ein ehemaliger Mieterrat aus Gießen sprechen und für Rückfragen zur Verfügung stehen:

„Mieterräte sind keine Utopie, die in ferner Zukunft liegt. In einigen Städten sind sie bereits Realität und wir möchten die Vor- und Nachteile aus erster Hand erfahren. Zugleich möchten wir durch Aufklärung der im Raum stehenden Behauptung begegnen, der Einfluss von MieterInnen auf ein Unternehmen wäre gefährlich. Das Gegenteil ist der Fall. Ist dieser gegeben, sind die MieterInnen im Durchschnitt zufriedener, die Unternehmenspolitik sozialer und die Gesinnung aller Beteiligten demokratischer.“, so Georg Enzmann von der BI.

Die Podiumsdiskussion findet Samstag, den 11.05. um 15Uhr im Stadtteilzentrum LISA in Lobeda-West statt (Spiegelsaal).

Die Zweite Thüringer Mietparade beginnt Sonntag, den 12.05., um 12Uhr am Spittelplatz. Im Anschluss findet ab 15Uhr das Stadt für Alle Fest statt.

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