PM: „Warum sich unser Viertel verändert? Dr. Lisa Vollmer bietet Erklärungen für Aufwertung und Verdrängung im Stadtteil“

Jenawohnen stellte vor kurzem ihren Neubau K1 in Lobeda-Ost vor. Gebaut werde dort laut Pressesprecher Gunnar Poschmann nur „im Premium-Bereich“. Damit wolle man sich „etwas abheben“, auch um das Haus „zu einem Referenzobjekt“ werden zu lassen, dass „als Tor zu Lobeda“ ausstrahlen soll. Über den ästhetischen Wert solcher Neubauten lässt sich bekanntlich streiten, sozial können sie jedoch verheerende Auswirkungen für die derzeitigen BewohnerInnen des Viertels haben. Mietpreise von 2.300€ im Monat deuten die Richtung an, in die es für jenawohnen anscheinende gehen soll: „Selbstverständlich wird der bisherige Bestand aus dem industriellen Wohnungsbau nicht in solche wahnwitzigen Größenordnungen vordringen“, so Marcel Weikert von der Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena, „doch senden solche Prestige-Bauten die Botschaft in die weite Welt des Kapitals: ‚Hier lohnt es sich zu investieren!‘ und wo investiert wird, steigen die Mietpreise, denn jeder Investor will am Ende des Tages mehr Geld herausbekommen als er hineingegeben hat.“.

Damit werde ein Verdrängungsdruck in Gang gesetzt, der zuallererst Menschen mit kleinen Geldbeutel aus dem Viertel drängt. Von diesem Mechanismus kann Dr. Lisa Vollmer aus Weimar / Berlin sowohl mit wissenschaftlicher als auch mit politischer Expertise berichten. Sie liefert fundierte Erklärungen zur Frage, warum die Mietpreise in den Städten stetig steigen und mancherorts gar explodieren. In verständlicher Sprache bricht sie die vermeintliche Naturnotwendigkeit steigender Mieten auf simple ökonomische Dynamiken herunter. Zugleich kann sie von Ansatzpunkten berichten, mit denen sich betroffene BürgerInnen bzw. MieterInnen politisch gegen den ständigen Angriff der Vermieter auf ihren Geldbeutel wehren können. Die Veranstaltung ist selbstverständlich kostenlos.

Wann: Montag, 01.07.19, 19-21Uhr

Wo: Spiegelsaal / Stadtteilzentrum LISA (Werner-Seelenbinder-Straße 28A)

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PM: Zeit ein Zeichen zu setzen

Die Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena ruft für Sonntag zur Teilnahme an der Zweiten Thüringer Mietparade auf. Größte Mieterdemonstration Thüringens seit Jahren erwartet. Tags zuvor lädt die BI zur Podiumsdiskussion über das Konzept Mieterräte. Es spricht ein Experte und ehemaliger Mieterrat aus Gießen. Weiterlesen

PM: Mietendiskussion auf dem Stadtplatz

Am Dienstag Abend hatte die Bürgerinitiative für Soziales Wohnen in Jena zum ersten Treffen im öffentlichen Raum geladen. Bei Kuchen und Kaffee kamen trotz wechselhaftem Wetter zahlreiche Gäste über die Wohnungspolitik in Jena und ihre Auswirkung im Stadtteil ins Gespräch:

„Wir erfuhren im direkten Gespräch, wo konkret bei Menschen in Lobeda zur Zeit der Schuh drückt. Im Gegensatz zu den Umfragen von jenawohnen offenbarte sich durchaus Unzufriedenheit bei Miethöhe und Zustand der Wohnung bzw. des Wohnumfeldes“, so Tamara Schindler von der Bürgerinitiative.

„Das direkte Gespräch von Mieterin zu Mieter hilft mit dem Unmut umzugehen und bestärkt die richtige Wahrhnehmung, dass man kein Einzelfall ist. Uns war es wichtig, Menschen die Möglichkeit zu geben, den zum Teil jahrelangen Frust herauszulassen und den Eindruck zu vermitteln, ernst genommen zu werden.“, so Georg Enzmann, ebenfalls Mitglied der BI.

Politisch sieht sich die Bürgerinitiative durch die Gespräche bestärkt in ihrer Forderung, jenawohnen zu rekommunalisieren. Neue Mitstreiter für dieses Vorhaben hat sie ebenfalls gewonnen.

Pressemitteilung: Hohe Mieten in Jena sind keine Fantasie

 

Mieterinitiativen kritisieren Lobbyismus der Wohnungswirtschaft: Pünktlich zum Auftakt des Thüringer Wahljahres geht die organisierte Wohnungswirtschaft in die Offensive. Interessenvertreter der Wohnungsunternehmen sehen „Wohnungspopulismus“ am Werk und bei den Mietpreisen „Luft nach oben“. Drei Jenaer Mieterinitiativen (Recht auf Stadt, Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena und Initiative zur Re-Demokratisierung der Jenaer Baugenossenschaft) üben Kritik an einseitiger Darstellung und intransparenter politischer Einflussnahme. Weiterlesen

„Ungerecht“, „unklug“ und „unnötig“.

Es scheint so, als habe „unser“ Oberbürgermeister in unserer Bürgerinitiative bzw. in ihrem    Vorhaben der Rekommunalisierung und Demokratisierung von jenawohnen einen besonders unliebsamen Gegner gefunden. Zumindest initiierte er in den vergangenen Wochen eine Art Kampagne gegen unsere Forderungen nach sozialem, d.h. bedürfnisgerechten und bezahlbaren Wohnraum. Auf die dreistesten Spitzen möchten wir im Folgenden gar nicht erst eingehen, aber wenigstens seine Darstellung der Rekommunalisierung und Demokratisierung von           jenawohnen als „ungerecht“, „unklug“ und „unnötig“ in der Lokalpresse hat unsere Aufmerksamkeit verdient. Nun also der Reihe nach. Weiterlesen